Motivierender Lehrgang mit W. Rechel

Mit neuen Erfahrungen rund um die Kata Nijushiho, deren Anwendungsmöglichkeiten und einer Menge an neuen Anregungen für das eigene Training, sind am Samstag, 19.08.17 viele Karateka aus Kassel und Umgebung um 15:00 nach Hause gefahren. Ab 10:00 wurde sich gemeinsam aufgewärmt. Sensei Walter Rechel zeigte wesentliche Merkmale und Feinheiten der Kata, in dem er sie in mehrere Sequenzen unterteilte. Diese wurde eifrig von den Teilnehmern versucht umzusetzen, gute Hilfestellungen kamen natürlich immer vom Trainer, der den 6.Dan trägt.
In der ersten Halbzeit war die Kata vom Ablauf für alle klar geworden und nach einer sonnigen Pause ging es mit Anwendungen und Selbstverteidigungs-Aspekten weiter.
Hier lernten wir unteranderem viel zur Bewegungslehre, z.B. wie man sich durch einen Schrittwechsel(Ashi-Fumi-Kae)in die Deckung bzw. hinter den Gegner bewegen kann. Spannend waren die Partnerübungen. Hier konnten sich die Karateka in Distanzgefühl und Dynamik der Techniken ausprobieren. Das Hikite beim Fassen eines Arms(Block durch Age uke gegen Oi zuki jodan) zu nutzen, um den Gegner heran zu ziehen, um ihn dann in eine Kontertechnik (z.B. Empi) hineinzubefördern, lange Techniken wie den Tettsui uchi von der Distanz her einzusetzen oder eine Kranichtechnik (nachgeahmt wird das Flügelschlagen) gegen mehrere Fauststöße anwenden zu können wurden hier grundlegend und in ihren Feinheiten vermittelt.
Im Idealfall hätte der Lehrgang gefilmt werden können, so das alle Informationen abruf bereit wären. Wichtige Eindrücke sollen hier einmal formuliert sein:
Kata nur auf einem 1qm zu laufen verdeutlicht die Möglichkeiten der versteckten Techniken.
Als Team eine Kata laufen fördert Konzentration, Rhythmus der Form und zeigt eine Gruppendynamik auf.
Als optimale Vorbereitung (für eine Prüfung z.B.) sollte man eine Stunde lang eine einzige Kata laufen. Hier werden erst die Feinheiten der einzelnen Bewegungen deutlich, ein Rhythmus der einzelnen Techniken, die eine zusammenhängende Verteidigung mit Kontertechnik verdeutlichen.
Noch mehr Eindrücke wurden durch Fotos und kurze Videos festgehalten, die auf Facebook #karateteamkassel angeschaut werden können.

Zusammenfassend ist die Ansicht von Walter Rechel wegweisend: Karate ist eine Art Gymnastik. Die Techniken sind gut für den Körper (Gelenke, gegen Muskelverkürzung…), positiver Nebeneffekt ist das Erlernen der Selbstverteidigung. Sich auf den Weg der Kampfkunst zu begeben ist eine der besten und ehrlichsten Weisen, sich mit sich selber und dem „Gegner“ zu beschäftigen.